Himmel & Erde » 6. bis 16.10.2017

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Horst Machowsky und Rudi Brutscher, zwei spießbürgerliche Staatsdiener, sind unterwegs um im Auftrag der Landesregierung in tiefster Provinz Gasthäuser zu überprüfen. Getestet werden die Qualität der Speisen und der Standard der Zimmer, dabei reiben die ungleichen Kollegen unaufhörlich aneinander – Alkohol, privater Stress und aufgestauter Frust tun ein Übriges. Der Ärger mit den Wirten ist nichts dagegen.

Es wird aber nicht nur gezankt, Horst und Rudi kommen sich von Testschnitzel zu Testschnitzel immer näher und tauschen sich über Sehnsüchte, den Kummer mit der Liebe und ihren Begleiterscheinungen aus. Beide sind ledig, der eine möchte unbedingt den Kontakt zu seiner Tochter, die in Hamburg lebt, wiederherstellen, der andere wird offensichtlich von seiner Freundin betrogen und philosophiert nun über die russische Taiga und die Freiheit.

Kaum blüht die Freundschaft der „Beamten“ so richtig auf, nimmt die Komödie – wie im richtigen Leben – einen anderen Lauf und die Freundschaft der beiden bewährt sich.

In der Komödie von Thomas Beck zu sehen sind der Schauspieler und Geschäftsführer Bernd Gnann und der aus „The Blues Brothers“ bekannte Schauspieler Jörg Bruckschen.


TERMINE
6. bis 16. Oktober 2017

Im K2

BESETZUNG
Mit Jörg Bruckschen, Bernd Gnann und Ernst Kies alias „Igor“ am Akkordeon.

Inszenierung: Ingmar Otto
Musikalische Leitung & Akkordeon: Ernst Kies
Text: Thomas Beck
Ausstattung: Manuel Kolip

 

Fragen an Ingmar Otto, Bernd Gnann und Jörg Bruckschen

Herr Otto, wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Thomas Beck und was hat der Titel „Himmel & Erde“ mit dem Inhalt des Stückes zu tun?
Ingmar Otto:
Nachdem das Stück NUR FÜR FRAUEN von Thomas Beck in den ersten drei Spielzeiten mehr als erfolgreich im Kammertheater gespielt wurde, war es höchste Zeit die Zusammenarbeit fortzusetzen. – Im Stück HIMMEL UND ERDE begleiten wir zwei Außendienstler auf ihrer gemeinsamen Reise quer durch die Republik. Zwei neue Kollegen, Restauranttester, verbringen auf ihrer Mission notgedrungen viel zu viel Zeit zusammen und können sich zu Beginn der gemeinsamen Reise alles vorstellen, bloß nicht mit dem Gegenüber gut Freund zu werden. Sie sind so gegensätzlich, wie es schon der Stücktitel beschreibt, sie streiten sich köstlich, sie scherzen herzhaft und versüßen sich den Alltag mit kleinen Gemeinheiten – letztlich kommt einer von beiden dem Himmel näher, als ihm lieb ist.

Ist „Himmel & Erde“ eher eine Komödie oder Tragödie?
Ingmar Otto:
Thomas Beck ist es gelungen ein Stück zu schreiben, das die richtige Würze hat. Bereits die Lektüre hat mich sehr amüsiert, war spannend und letztlich rührend. Eine gute Vorlage für einen unterhaltenden Theaterabend.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit der ungleichen Männer? Ist Horst Machowsky ein Teamplayer?
Jörg Bruckschen:
Man kann es sich im Leben selten aussuchen, mit wem man zusammen arbeiten möchte - so werden auch hier beide ungefragt zusammen gebracht und müssen sich miteinander arrangieren. Nicht ganz einfach bei so unterschiedlichen Naturen. Der Eigenbrödler Horst Machowsky würde am liebsten allein durch die Gasthäuser ziehen, jetzt muss er sich aber mit dem redseligen Rudi Brutscher zusammen raufen. Der kommt gleich beim ersten Treffen zu spät, isst Chips im Auto und dann tauscht er auch noch Machowskys Western Musik gegen Ivan Rebroff aus ... Da ist bald ordentlich Spannung in der Luft und bringt auch eine kauzige Komik mit sich.

Am Schluss sind Horst und Rudi richtig gute Freunde. Wie kommen sie sich näher und was verbindet die beiden?
Ingmar Otto:
Nicht selten wachsen einem ja die Leute, die einen schlechten ersten Eindruck hinterlassen, besonders ans Herz.
Jörg Bruckschen:
Beide sind letztlich im Liebesleben gescheitert. Rudi hängt seiner Gabi hinterher und Horst versucht den Kontakt zu seiner Tochter wieder herzustellen. Auch hier fühlen beide - erst uneingestanden, dann am Ende offen - mit dem anderen. Rudi geht es im Laufe der Handlung immer schlechter und Horst übernimmt mehr und mehr die Rolle des sorgenden Freundes.

Wenn Sie in der Probenzeit Mittagessen gehen, schlägt da manchmal der Gastrotester durch?
Bernd Gnann:
Natürlich trägt man die Rolle während den Proben ganz extrem mit sich. Sauberkeit ist mir aber schon immer wichtig gewesen, wenn ich ein Restaurant betrete. Es darf rustikal oder bieder sein, aber nicht eklig und dreckig.
Die Qualität des Essens wird mir dabei immer wichtiger. Testesser möchte ich trotzdem niemals werden, das kann nicht gesund sein.
Jörg Bruckschen:
Essen gehen ist für mich ein großes Vergnügen, von daher habe ich auch immer einen „kleinen Gastrotesterblick“ mit dabei.

Welche Rolle wird Ernst Kies in „Himmel und Erde“ spielen?
Ingmar Otto:
Ernst Kies ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern als musikalischer Leiter auch Gold wert. Er wird live immer für den richtigen Soundteppich auf der Bühne sorgen, die Szenen untermalen und gemeinsam mit dem Ensemble singen. – Daneben spielt er alle Figuren, denen Horst und Rudi auf ihrer Reise begegnen. (lacht) Außer „das leichte Mädchen in Hamburg“ das wird ein Puppe.